Bamberg

UNESCO-Weltkulturerbe - Wandern in Oberfranken - Großes Weinfest

Vom 3. bis 10. Juni 2025
Tourenleitung Ingrid Giersdorf

Anreise: Es finden sich schnell 14 Teilnehmende, die - natürlich mit der Bahn - ins schöne Bamberg reisen. Untergebracht sind wir in einem  Frühstückshotel. Voller Erwartung blicken wir dem ersten Tag in Bamberg entgegen.

Tag 1: Bei einer Stadtführung lernen wir die wichtigsten Highlights der Altstadt kennen: den Kaiserdom, die Alte Hofhaltung mit dem  Rosengarten, die Obere und Untere Brücke, das Alte Rathaus, Klein Venedig an der Regnitz, einige Altstadtgassen u.v.m. 
Nach einer Mittagspause machen wir uns auf zur hoch über der Stadt liegenden Altenburg, die 23 Bischöfen als Wohnsitz diente. Die Aussicht  ringsum von der gut erhaltenen Burganlage auf die Altstadt ist phantastisch.

Tag 2: Es geht aus der Stadt hinaus auf abwechslungsreichen Naturwegen zum Rokoko-Schloss Seehof in Memelsdorf. Am Wegesrand bunte  Wiesen und Kornfelder, in denen Mohn und Kornblumen leuchten. Die Vögel zwitschern, der Himmel ist blau, so möchte man es doch haben.
Bei einer Schlossführung erfahren wir Interessantes über die einst hier residierenden Fürstbischöfe, die prächtige Gärten, Parks, Fischteiche,  Terrassen und Orangerien anlegen ließen. Besonders begeistern uns die Wasserspiele des großen Kaskadenbrunnens. Schöne Wanderwege führen uns zurück zur Altstadt.

Tag 3: Heute fahren wir mit dem Bus in den kleinen Ort Litzendorf. Dort erwartet uns der sympathische Peter, seines Zeichens Wegewart,  Naturschützer und Wanderführer, der uns auf einer exklusiven Wanderung auf weiträumigen Panoramawegen rings um Bamberg dieschönsten  Ausblicke, bizarre Felsen und Höhlen zeigt. Er hat sogar ein Seil dabei, das um einen Baum gewickelt, uns „seilversichert“ mit  viel Spaß einen steilen, rutschigen Hang erklimmen lässt. Er kennt jeden Baum und erzählt Spannendes über die Natur und die  Kulturgeschichte der kleinen Dörfer.

Tag 4: Nun ist wieder Kultur angesagt. Auf uns wartet Dom-Führerin Steffanie, eine DAV-lerin, groß, tätowiert, gepierct. Wir haben alle sofort  herzlichen Kontakt mit ihr. Sie wird mit uns den Kaiserdom erkunden, der 1237 eingeweiht wurde und das Wahrzeichen der Stadt ist. Mit ihren  Totenkopfringen taucht sie ins Weihwasserbecken und bekreuzigt sich: „ER da oben sieht in mein Herz, nicht auf meine Klamotten“. Der Dom wirkt gegenüber seinem imposanten Außenbild innen eher schlicht. In ihm befindet sich das Grab von Kaiser Heinrich II. und dessen  Gemahlin Kunigunde. Außerdem steht dort das einzige Papstgrab nördlich der Alpen von Papst Clemens II., Bischof von Bamberg. Berühmt ist der „Bamberger Reiter“, das erste und überhaupt freistehende Reiterstandbild - und das in einer Kirche.
Da Steffanie als Bauhistorikerin nicht nur viel interessantes Fachwissen vermitteln kann und dies dazu auch noch sehr humorvoll rüberbringt,  kommen wir - im Gegensatz zu den anderen Gruppen - mit einem breiten Lächeln aus dem schönen Dom.
Am Abend treffen wir uns auf dem großen Marktplatz zum traditionellen Pfingst-Weinfest Oberfrankens. Ringsum stehen die Spezialitäten- und  Weinbuden, in der Mitte die Tische und Bänke. Weinhändler ziehen mit Bollerwagen durch die Reihen und verkaufen die gut gekühlten Weinflaschen direkt an die Tische. Eine fetzige Liveband lässt selbst den müdesten Wanderer nicht auf seiner Bank und alle „zappeln“ mit.

Tag 5: Nach einem etwas späteren Frühstück wandern wir an der Regnitz entlang durch das „Venedig“ Bambergs. Entlang der beiden Ufer  stehen schmucke alte Fischerhäuschen mit hübschen bunten Vorgärten zum Fluss hin - Idylle pur. 
Wir gelangen auf die Stadt-Insel ERBA, früher das Industriegelände für die Baumwollspinnereien, von denen noch einige große Fabrikgebäude stehen. Sie werden nach und  nach in Studentenwohnungen und Erlebnisgastronomie umgebaut. Heute befindet sich auf der Insel ein weitläufiges Parkgelände mit schön angelegten Wegen, das mit seinen abenteuerlichen Spielgeräten und Wasseranlagen ein Paradies für Kinder ist. Aber auch die Erwachsenen  finden schöne Rast- und Picknickplätze, die auch wir für eine Pause nutzen und den Wasservögeln mit ihren niedlichen Jungen zusehen.
Am linken Regnitzarm entlang marschieren wir wieder Richtung Altstadt und steigen auf ein Ausflugsschiff zu einer gemütlichen Flussfahrt. Wir fahren durch die „Schleuse 100“, die einzige noch funktionstüchtige alte 35 Meter lange und 5 Meter breite Holzschleuse, deren Durchfahrt auch heute noch per Hand bedient wird. Es ist Entspannung pur.

Tag 6: Heute gibt es viele Unternehmungen: Die einen wandern zum Botanischen Garten, um sich die Blumenfülle anzusehen. Die anderen  zieht es nochmal in die Gässchen der Altstadt. Einige fahren mit dem RE nach außerhalb und genießen eine Wanderung im schönen Umland. Abends treffen wir uns zum Abschiedsessen und lassen die Woche Revue passieren.

Abreise und Resümee: An einigen Tagen haben wir ein paar heftige, aber nur kurze Schauer über uns ergehen lassen müssen. Aber: zu den  wichtigsten Ereignissen wie Wandern, Bummeln und Weinfest schien wie verabredet die Sonne. Was will man mehr!?
Wir haben in den traditionsreichen Brauhäusern und urigen Gasthöfen unbekannte, sehr schmackhafte Gerichte probiert und das eine oder andere Rauch- oder Rotbier sowie „aU“ (ein Ungespundetes) genossen. Das Leben spielt sich - gerade abends - draußen ab. Überall stehen die Menschen mit einem Glas in der Hand und erzählen und lachen. Es verbreitete sich eine fröhliche Stimmung, die auch wir genossen haben. Wir waren eine tolle Gruppe und hatten viel Vergnügen an all den Unternehmungen.
Bamberg und sein Umland sind mindestens eine Reise wert, da sind wir uns einig.

Text: Ingrid Giersdorf